Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?
Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?

Varianten einer Diktatur

Anlass der nachfolgenden kurzen Betrachtung zum Wesen der Demokratie als subtiler Spielart der Diktatur sind zwei Artikel. Einer stammt aus der Süddeutschen Zeitung vom 24./25.02. 2007 mit dem Titel „Über den Hochverrat“. Der Zweite fand sich im Tagesspiegel vom Juni 2005 und befasst sich mit dem neuen Gesicht der Diktatur , das mit dem Begriff des Neo-Autoritarismus daherkommt. Eine besondere Brisanz erhält das Thema durch die aktuelle Klimahysterie. Das ist mir einen ausführlichen Beitrag zu einem späteren Zeitpunkt wert.

Nur soviel vorweg: Ich bin zutiefst erschüttert, über die Kritiklosigkeit, mit der selbst wache Geister (meine Einschätzung) den UN-Klimabericht schlucken und diesen haarsträubenden Unsinn weitertragen. Das sind die lehrbuchmäßigen Auswirkungen einer praktizierten und weit fortgeschrittenen Informationsdiktatur. Keiner schaut mehr hin, keiner beobachtet, was um ihn wirklich geschieht. Keiner traut sich, seinen Gesunden Menschenverstand zu nutzen. Die Realität wird aus den Medien gezogen und damit beliebig formbar für den, der die Medien beherrscht. Orwell lässt grüssen. Es gibt den Raubbau an der Natur, das ist das Eine. Es gibt eine Umweltschutzpolitik, die daran nichts ändern soll. Das ist das Andere. Sie verwendet aus Sicht des Naturschutzes statt dessen völlig unsinnige Themen für die Festigung und den Ausbau totalitärer Strukturen. Doch wie gesagt, später mehr dazu. Auf sehr wenigen Seiten werden wir dann gemeinsam die Absurdität von Ozonloch bis Treibhaus aufdecken.

Erkenne den großen Rahmen, verstehe die Naturgesetze, werde kompetent und organisiere
Dein Leben auf höherem Niveau. Gesundheit und Erfüllung folgen daraus.

Es ist ein populärer Irrtum, zwischen Demokratie und Diktatur zu unterscheiden. Er ist leicht zu beheben. Richtig ist, dass alle Staatsformen Diktaturen sind und eine der Varianten Demokratie genannt wird. Ich halte es für wichtig, das zu wissen und zu verstehen. Denn ansonsten läufst Du mit Deinen ehrenwerten, der Entfaltung des Lebensbewusstseins dienenden, Aktionen ins Leere. Du landest in einem der Auffangbecken, wo Deine Energien virtuos abgefedert und, ehe Du Dich versiehst, gegen Dein eigentliches Anliegen verwendet werden. Das mussten nicht zuletzt die Grünen erfahren, nachdem die mit Herzblut gegründete Partei von Karrierepolitikern übernommen und auf die systemkonforme Spur gebracht wurde. Das Einzige, was vom Ursprünglichen blieb, ist die Farbe.

Neues entsteht nie im Alten.

Schau in die Natur. Kannst Du einen alten Baum reformieren? Du kannst an ihm mit viel Mühe herumsägen, wenn Du die Mittel dazu hast, doch Du wirst seine Struktur nicht ändern. Aber Du kannst einen neuen Baum säen. Nimm die Vergleiche mit der Natur nicht auf die leichte Schulter! Sie sind ungeheuer präzise und gültig für Dinge, die wir Menschen tun, denn: Alles ist Natur, selbst ein kühles Stück bearbeitetes Metall. Gesellschaften sind lebende Organismen, also achte in der Natur darauf, wie sich lebende Organismen verhalten und organisieren.

Eine Diktatur zeichnet sich dadurch aus, dass die herrschende Gruppe Entscheidungen nach eigenem Belieben trifft. Dem Wesen nach sind alle bekannten Regierungsformen daher Diktaturen. Sie unterscheiden sich allein im Auftreten und der Art und Weise der Volksführung. Die Herrschaft des Volkes war zu allen Zeiten eine Fiktion und ist es heute noch.

Diktaturen und ihre Herrschaftsstragien in aller Kürze:

Die Demokratien der europäischen Länder sind wohl die perfideste Form der Diktatur, weil sie am subtilsten sind. Dazu trägt nicht zuletzt die turnusmäßige Wahl von Regierungsparteien bei, die ein Beteiligungsmodell suggeriert. Als Machtmittel wird einerseits die Selektion von Information eingesetzt und andererseits die Verunglimpfung und das Lächerlichmachen von doch noch durchsickernden Wahrheiten.

Von herausragender Bedeutung ist dabei seit jeher die Verknappung der Zeit. Der Journalismus steckt schon längst in der Tretmühle der Renditeerwartungen des Verlegers. Zeit ist knapp geworden, saubere Recherchen bleiben bestenfalls Aussenseitern vorbehalten. Statt dessen werden weit über 90 % aller Nachrichtenmeldungen in Text und Bild von rund 5 großen Agenturen geliefert. Zu ihnen gehören beispielsweise Reuters, AFP (Agence France Press) und AP (Associated Press). Der Leser bzw. Nachrichtenkonsument steckt seinerseits in einer wachsenden Zeitnot, wozu nicht zuletzt die Verknappung der Geldmittel für große Teile der Bevölkerung beiträgt. Und so schließt sich unmerklich der Kreis. Der kritische Journalismus, als unverzichtbares Kriterium einer wenigstens Demokratie ähnlichen Gesellschaftsform, wurde schon vor langer Zeit, im 19. Jahrhundert gleich im Keim erstickt. Und ob es ihn davor wirklich gab, sei nicht weniger dahingestellt.

Aus der SZ vom 24./25.02.2007 Über den Hochverrat von Heribert Prantl
Sind wir Journalisten oder Trommelaffen? Früher war die Pressefreiheit vom Staat bedroht. Heute besorgen die Medien das selbst.

…..Es besteht wie noch nie seit 1945 die akute Gefahr, dass der deutsche Journalismus verflacht und verdummt, weil der Renditedruck steigt; weil an die Stelle von sach- und fachkundigen Journalisten Produktionsassistenten für Multimedia gesetzt werden, wieselflinke Generalisten, die von allem wenig und von nichts richtig etwas verstehen. Aus dem Beruf, der heute Jorunalist heisst. wird dann ein multifunkionaler Verfüller von Zeitungs- und Webseiten……Wie sehr er (der Ruf des Journalismus) gelitten hat, dafür sind die steigenden Zahlen von Durchsuchungs- und Beschlagnahmenaktionen ein Indiz; ein Indiz ist auch die bisher meist eher matte Reaktion der Öffentlichkeit darauf. Beschlagnahmeaktionen in Redaktionen werden betrachtet und bewertet wie die Durchsuchungen in Wurstfabriken: Irgendetwas Verdorbenes wird sich schon finden. ….Die Pressefreiheit könnte entfallen, wenn diese Freiheit als Freiheit ohne Verantwortung missverstanden wird – und: wenn Medienunternehmen sich nur noch als Renditeunternehmen wie jedes andre auch verstehen.

Eine Sonderrolle nimmt eine gewissermaßen überstaatliche oder wenn Du willst staatenlose Diktatur ein:

Die Diktatur des Kapitals. Sie stand bisher hinter den Staaten, jetzt greift sie immer offensichtlicher in der Gestalt von global operierenden Konzernen und Banken in die Regierungsgeschäfte ein. Siehe hierzu vor allem die USA unter Bush. Weiterführend ist die Frage: Bei wem haben die Staaten ihre Schulden gemacht? Wem gehören diese Konzerne und Banken? (Antworten dazu findest Du im Kursbuch „Die Herrschaft des Gesunden Menschenverstandes“.)

Noch weiter trägt Dich die Einsicht, dass Du besagte Namen nicht wissen musst, aber Kenntnis über die Funktionsweise der menschlichen Psyche und den großen Handlungsrahmen haben solltest. Anders gesagt: Es könnte sich für Dich die Frage stellen, ob Du weiter Melkvieh bleiben willst, oder ob Du Taten zu einer neuen Kultur beitragen möchtest. Und diese beginnt allein mit dem Aussäen eines neuen Bewusstseins und dem vorbehaltlosen Blick nach Innen.

Der Tagesspiegel, 24.06.2005
Tony Blair will mit der Aufnahme der Türkei die politische Unregierbarkeit Europas sicherstellen, die „lieben Franzosen“ nerven mit ihrem habituellen Revoltismus und jetzt droht auch noch eine Krise der direkten Demokratie, meint der Philosoph Peter Sloterdijk im Interview. „Was uns demnach bevorsteht, ist die globale Wende in den ‚autoritären Kapitalismus‘ – und zwar auf der Grundlage eines neo-autoritären Wertedenkens. Ratzingers Visionen lassen sich mühelos in einen solchen Kontext einordnen. Das 21. Jahrhundert wird zum Labor des Neu-Autoritarismus, das heißt des Kapitalismus, der die Demokratie nicht mehr nötig hat … Die aktuelle Situation ähnelt jener der Dreißigerjahre im 20. Jahrhundert, als mehrere Arten des Autoritarismus zur Wahl standen – weltweit. Ich glaube, im Moment erleben die politischen Systeme wieder einen Übergang zu postliberalen Formen. Man hat die Wahl zwischen einem eher parteidiktatorischen Modus wie in China, einem staatsdiktatorischen Modus wie in der Sowjetunion, einem stimmungsdiktatorischen Modus wie in den USA und schließlich einem mediendiktatorischen Modus wie in Berlusconis Italien. Der Berlusconismus ist der europäische Testballon der neo-autoritären Wende.“

Quelle: http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2005-06-24.html

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