Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?
Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?

Von der Relativität der Wissenschaft

Von der Relativität der Wissenschaft oder – die Dosis macht das Gift

Thema Heute:

Dosis sola venenum facit – die Menge macht das Gift, so lautet der berühmte Ausspruch des Paracelsus.

Fördernd oder hemmend bis tödlich – Gift ist immer eine Frage der Dosis und das gilt für ALLES im Leben, Es gibt nicht DAS Gesunde Mittelchen, Lebensmittel, Lebensweise, Meditation, Lebensweg……

Beispiele:

  1. Ein Beweis, nur bedingt zur Nachahmung zu empfehlen: Der genussvolle Verzehr angeblich tödlich giftiger Pilze und Beeren
  2. Sonnenlicht, ein altbekanntes Heilmittel statt Killer und Hautkrebsauslöser (Das Ozonloch ist ein natürliches Phänomen und war schon immer da)
  3. Wie ein Rohköstler im Nebensatz seiner flammenden Rede für das Alleinseligmachende der Rohkost die Kraft von Kochkost bestätigt

1. Um den Ernährungs-Natur­trieb in letzter Folge­richtigkeit kennenzulernen, verwirklichte ich von Spätsommer bis Früherbst 1995 in Frankreich einen Ernährungs­versuch mit dem giftigsten aller Pilze: Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)

Ich wollte die Behauptung eines weiteren (von mir ebenfalls hochgeschätzten) Rohkost-Autoren, überprüfen. Zunächst überprüfte ich sorgsam alle Merkmale der dort gefundenen Amanita-Pilze und stellte fest, da?s sie alle mit den in Pilz­büchern angegebenen Merkmalen genau überein­stimmen: grau-grünlicher Hut, weißes Fleisch, weiße Lamellen, beringter massiver weißer Stiel, Wuchszeit im September, Eichen und Rotbuchen als benachbarte Pflanzen, unter welkem Laub versteckte weiße Rosette. Desweiteren erkundigte ich mich genau nach den für Laien erkennbaren Wirkungen einer möglichen grün­knollen­blätter­pilzigen Vergiftung: mehrere Tage Ver­giftungs­merk­mals-Verzögerung (Latenzzeit), Er­brechen, Durch­fall, Wasser­verlust, Be­nommen­heit, Krämpfe, Lähmungen, Erblin­dungen, Fehlen der Harn­abson­derung und anderes. Ein einziger solcher Pilz reicht laut allgemeiner Angaben bereits aus, einen einzigen erwachsenen Menschen zu töten.

* Angesichts solcher Schreckens­meldungen ging ich beim Essen des Gr· Knollen­blätter­pilzes äußerst vorsichtig vor. Zum einen beherzigte ich die Empfehlung, dass Wildkräuter eine entgiftende Wirkung haben sollen. Schließlich hat ja auch einem anderen freiwilligen Esser von Grünem Knollen­blätter­pilz -ich glaube ein gewisser Monsieur Dr· Bastien P· war?s- immerhin die Einnahme eines Wild­kraut-Extrakts (und zwar des der Marien­distel) sehr gut geholfen. Also aß ich sowohl vor als auch nach dem Essen des Pilzes soviele Wildkräuter wie ich nur konnte, sogar ein wenig gegen meinen Ernährungs-Natur­trieb; wenngleich nicht als Extrakt, sonder vollkommen ur-belassen. Aber während des Zerkauens der hochgiftigen Pilze getraute ich mich allerdings kein Milligramm Grün (oder sonstiger UrNahrung) in den Mund zu stecken.

Außerdem stellte ich während der Wochen meines Verzehrs Gr· Knollen­blätter­pilze- den Verbrauch kultivierter, insbesondere tropischer Früchte weit­gehend ein zugunsten heimisch wilder Früchte, denn die in tropischen Urwäldern meist vorhandenen Früchte sind laut Reise­berichten längst nicht immer so üppig e?sbar wie kultivierte Handels-Urkost bzw· katalogisierte „Wild­früchte“, sondern oft genauso winzig genießbar wie unsere mittel­europäisch wilden Früchte. Hiermit wollte ich mir möglichst ur-natürliche (mitunter ernährungs­karge) Tropen­wildnis­bedingungen nach­ahmen. Übrigens erlebte ich 11 Jahre später zum Jahres­wechsel das Nicht- bis Kaum-Genießen­können sämtlicher vorgefundener echter Wildnis-Tropen­nahrungen (abseits der Küste im Wald-Innern) aus eigener Erfahrung auf der Malaiischen Halbinsel.

Als dritte Vorsichts­maßnahme aß ich von dem besagten Pilz erstmal nur ein winziges Eckchen und wartete hernach eine Woche lang ab, ob mit mir irgend etwas erkennbar nachteiliges sich ereignet. Da sich rein gar nichts dergleichen ereignete, wagte ich daraufhin ein erneutes Eckchen des Pilzes zu kosten und wartete dann nur eine halbe Woche auf irgend eine Giftwirkung. Als auch diese völlig ausblieb, vergrößerte ich ein klein? Wenig meine E?smenge des Gr· Kn·bl·­pilzes. Und wieder war rein gar nichts zu erkennen, was auf irgend eine Giftwirkung hätte hindeuten können. Die von mir verzehrten Pilz-E?smengen wurden daraufhin zunehmend größer.

Als ich bei einem ganzen Pilz (pro Tag) angelangt war, spürte ich erstmals eine leichte Geschmacks­verwandlung von leicht angenehmem Champignon­geschmack nach leicht unangenehmem Kartoffel­geschmack. Daraufhin beendete ich selbstverständlich zunächst sofort das Weiter­verzehren des Pilzes. Wieder einige Tage später (nachdem noch immer sämtliche Wirkungen ausblieben) getraute ich mich jedoch wieder mit dem Weiter­futtern des Pilzes. Die Mengen die mein Geschmacks-Natur­trieb davon annahm, erhöhten sich dann von Tag zu Tag. Gegen Ende der Pilz-Jahres­zeit trat die (leichte) Weiter­E?s-Sperre einigemale erst nach dem fünften Einzel­pilz ein. Insgesamt wanderten also mindestens 20 [zwanzig] Grüne Knollen­blätter­pilze binnen weniger Wochen in meinen Magen, ohne dass dies bis dahin irgendwelche erkennbare Vergiftungs­erscheinungen an mir erkennen ließ.

Aus: http://www.urvival.de/6_nstnkt.htm

2. Schlaflose Nächte in Blau

Die Sonne als Therapeut: Das Tageslicht reguliert den Hormonhaushalt / Sonnenlicht ist ein natürliches Heilmittel
Fabian Schmidt-Ahmad

Dosis sola venenum facit – die Menge macht das Gift, so lautet der berühmte Ausspruch des Paracelsus. Wie für so vieles gilt dieser fünf Jahrhunderte alte Rat auch für das Sonnenlicht. Während man heute angesichts der zunehmenden Hautkrebsfälle eher dazu geneigt ist, vor den Gefahren übermäßigen Sonnenbadens zu warnen, wird dabei leicht übersehen, daß Sonnenlicht an sich ein natürliches Heilmittel ist.

Wie man mit der Sonne nicht als Quelle von Gefahren, sondern von Gesundheit umgehen kann, zeigte Thomas Klein bereits vor drei Jahren mit „Sonnenlicht – das größte Gesundheitsgeheimnis“ (JF 12/07). Jetzt erschien das Sachbuch in einer überarbeiteten und stark erweiterten Auflage neu.

Künstliche Lichtquellen stören den Schlafrhythmus

Der Autor von Gesundheitsratgebern wie „Osteoporose – Die folgenschweren Irrtümer der Osteoporose-Medizin“ (JF 28/07) erläutert sachkundig und allgemeinverständlich die komplexen Wirkzusammenhänge der Sonne auf unser Leben: wie das natürliche Tageslicht unseren Hormonhaushalt reguliert und beispielsweise die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin steuert.

Ergänzt wird dies durch Hinweise auf Gefahren, die das moderne Leben mit sich bringt – in diesem Fall, wie manche künstlichen Lichtquellen den Schlafrhythmus empfindlich stören können. „Fällt Licht mit einem hohen Blauanteil in die Augen, so wird von der Netzhaut die Botschaft ans Gehirn geleitet, daß heller Tag herrscht.“ Dieser Effekt gilt unter anderem für Fernseher, PC-Bildschirme und Leuchtstofflampen (wozu auch die sogenannten Energiesparlampen gehören), weshalb man diese am Abend möglichst meiden sollte.

Einen Schwerpunkt legt Klein auf die Beschreibung der unterschiedlichen Wirkung ultravioletter Strahlung. Während die kurzwellige UVB-Strahlung unsere Haut zur Bildung des lebenswichtigen Vitamin D anregt und im Übermaß zu Sonnenbrand führt, kann die UVA-Strahlung bei zu starker Einwirkung das Hautkrebsrisiko erhöhen. Hart ins Gericht geht Klein mit künstlichen Sonnenschutzmitteln, die meistens nur den UVB-Anteil des Lichts filtern: „Doch die UVA- und die Infrarot-Strahlendosis erhöhen sich mit verlängertem Sonnenbad, wodurch die Haut allmählich geschädigt wird, schneller altert und faltig wird.“

Statt dessen empfiehlt Klein einen kombinierten Schutz aus allmählich aufgebauter Selbstbräunung in Verbindung mit einer gezielten Diät. „Dadurch ergibt sich in der Summe ein Lichtschutzfaktor von über 100.“ Doch auch beim Sonnenbaden sollten bestimmte Regeln beachtet werden, wie beispielsweise ein Sonnenstand von 45 Grad und höher. Da im Gegensatz zu UVA die UVB-Strahlung von der Atmosphäre stark gefiltert wird, ist ihr Anteil am Licht dann am größten, wenn sie den kürzesten Weg durch diese zurücklegt. Allerdings ist auch hier das rechte Maß zu halten. „Hitzebäder sollten vor allem bei Kranken unbedingt vermieden werden.“

Ergänzt werden diese Erläuterungen durch einen kulturgeschichtlichen Überblick durch die Jahrtausende, wie die Sonne nicht nur Gegenstand religiöser Verehrung war, sondern auch ganz praktisch als Arzneimittel eingesetzt wurde. Auf dichtem Raum trägt Klein hier eine Fülle an Fakten zusammen, insbesondere was den aktuellen Forschungsstand betrifft. Dies läßt den Leser verwundert fragen, warum dieses Wissen überhaupt verdämmern konnte. Ein umfangreicher Fußnotenapparat wie ein ausführliches Sachwörterverzeichnis beschließen das überaus informative Buch und regen zum Selbststudium an.

Thomas Klein: Sonnenlicht – das größte Gesundheitsgeheimnis. Hygeia-Verlag, Dresden 2010, broschiert, 464 Seiten, 18,80 Euro

3. Aus den Texten eines begeisterten Ur-Rohköstlers

[a] Ernähre ich mich von ausschließlich (jeweils ur-belassenen) Otto­normal­verdiener-Früchten und (ebenso belassenem) Grünzeug, so kann ich diese UrNahrungen nach einer Woche bis zwei Monaten (je nach Jahres­zeit) nur noch in so winziger Tages­menge genießen, da?s dies einer Teil­fasten-Verpflegung sehr nahe kommt. Im Urlaub kann ich das notfalls noch hinnehmen, aber in meinem Alltag finde ich ich dies bestenfalls mal nur ein bis zwei Tage lang sinnvoll.

[b]Küchen­rohkost, Zerkauen mehrerer UrNahrungen gleichzeitig, und geschmacks­widriges Verzehren (der UrNahrung) erhöhte meine körperliche sowie geistige Leistungs­fähigkeit zwar beträchtlich, ging mir aber (trotz viel Grüngemüse) mehr oder weniger (wie schon gesagt) zu Lasten meines Zahn­schmelzes und des Magens.

Aus: http://www.urvival.de/6_nstnkt.

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  • Paul Ebentheur

    27. November 2017 um 21:01 Uhr

    Hey, also ich habe schon so einige rohe Kartoffeln gegessen, ein Freund hat ein mal eine dabei gehabt und ich probierte und war ziemlich begeistert, dazu noch Nüsse, einfach lecker(für mich)! Natürlich wurde mir desöfteren gesagt, dass das giftig, ungesund etc. ist. Wenn ich sie ess sind Sie das nicht :).

  • Daniel Russ

    10. April 2017 um 22:13 Uhr

    Vor kurzem habe ich das erste mal eine Kartoffel roh gekostet( die sogar schon leicht gekeimt sind, mit Schale, ohne sie zu waschen).
    Während meines ersten Stoffwechsel-renaturierungs-durchganges, war ich noch nicht bereit/reif( [de-]mutig) es zu wagen… okay wagen ist subjektiv( relativ) :-), es sind einfach meine Einstellungen/Haltungen( – Glaubenssätze).
    Ansonsten probierte ich noch einen (großen) getrockneten Pilz aus unserem Garten und eine Pflanze( – Gemüse[ mit enthaltenen Samen]).
    Für beide sind mir Bezeichnungen unbekannt und oder welche Reaktionen – Wirkungen sie von ihrer Substanz auf Menschen haben können( was natürlich belang-los ist). ( Die Fakten, wenn es wirklich welche wären, stichhaltige, mit der Natur als Referenz, würden höchstens meinen Verstand beruhigen, zu-frieden-stellen.)
    Ich hatte einfach den (intuitiven) Impuls (Lust). Die Pflanze hat Ähnlichkeiten mit Miere und (persischer) Ehrenpreis.
    Lebe ich noch???
    Sieht ganz so aus!!! Sonst könnte ich diese Zeilen nicht schreiben. 😉 Ich habe bei der Kartoffel übrigens schon relativ schnell gespürt, dass genug ist. In Form von kratzen – reizung am Gaumen( – Hals [Kopf] und von meiner inneren Stimme, aus meinem Bauch), nach „einer“ relativ mundgerechten Portion. Die Akustik ähnelt Zwiebeln. Seitdem habe ich noch zwei mal roh von der Kartoffel gekostet… Mmmhhh!! Und hey Tomaten(, genauso wie Kaffee…) wird auch nachgesagt dass sie roh( – grün …) schädlich – giftig sein sollen. Wo ist der stichhaltige Beweis dazu( bitte aus der Natur)?? Jede Ausnahme wieder-legt die Regel( ein angebliches Natur-gesetz).

    Möglicherweise haben euch diese Zeilen Mut gemacht, inspiriert, selber mehr in die Richtung zu gehen, euren Impulsen zu folgen, statt irgendwelchen (Lebens-)Konzepten, Lehren … ( sie können orientieren – inspirieren/anregen, aber sie scheitern an Individualität/Einzigartigkeit, deiner und der des jeweiligen Moments bzw. funktionieren da einfach nicht).

    Danke!

  • Daniel Russ

    12. Dezember 2016 um 22:06 Uhr

    Ganz ehrlich respekt! Ich hab den Text erstmal überflogen und werde ihn zum passenden Zeitpunkt vertiefen. Vielen Dank :-). Weiterhin viel Erfolg

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