Diese Nachricht kam von einer besorgten Teilnehmerin am Simplonik Kolleg, die mit ihrer Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb besitzt und bewirtschaftet. Nicht jeder ist Landwirt und hat dieses dann sogar existenzielle Problem.
Zugleich ist die Betrachtung aus Sicht der Simplonik hilfreich für jeden, der seinen eigenen Garten und seien es nur wenige m² auf der Grundlage desselben Wissens zu einer Oase werden lassen kann.
„Nur 700mm Niederschlag im Jahr. Aktuell hat es den Anschein, als würde der Grundwasserspiegel absinken. So, als würde der Bodenschluss von unteren und oberen Schichten abreißen und die aus Humus und Gesteinsmehl vorliegenden Nährstoffe nicht mehr lösbar sein. Einige unserer Flächen wirken wie schlafend.“
Uli’s Rückmeldung:
Nun habe ich das Thema Wasser und Eure Bedürfnisse denke ich besser verstanden. Dein Fundstück Keyline Design als „neue“ Methode Ackerland erfolgreicher bewirtschaften zu können, habe ich mal überflogen. Es ist die moderne Verkomplizierung eines an sich ganz einfachen Sachverhaltes. Früher nannte man das Agroforstwirtschaft und war mehr eine Zwangsläufigkeit als eine moderne Erkenntnis. Tatsächlich konnte man den Wald mangels technischer Möglichkeiten nicht einfach roden, sondern musste lange Zeit mit den Baumriesen klarkommen statt Äcker von Horizont zu Horizont anlegen zu können.
Ich gebe Dir in aller Kürze einige Anregungen dazu, die Du sicherlich leicht anhand Eurer landwirtschaftlichen Erfahrungen prüfen kannst.
1. Das Sonnenlicht muss zerteilt werden, ansonsten wird der Boden zu heiss und wird elektrisch entspannt. Damit werden die ersten 10 bis 20 cm trocken. Einfaches Beispiel zur Prüfung: Schneide Deinen Rasen im Hochsommer nur bis zur Höhe von ca. 10 cm ab. Du wirst feststellen, dass der Boden an der Basis des Rasens selbst bei wochenlanger Trockenheit immer leicht feucht bleibt Zurück zu den Bäumen: Zu diesem Zweck ist unverzichtbar, dass hohe Bäume im Abstand von vielleicht 8-10 m wachsen. Die unteren Äste können problemlos abgetrennt werden, sodass bis zu einer Höhe von 7 – 8 m oder auch sogar 10 m Bewegungsfreiheit herrscht.
2. Windbremse. Hierzu pflanzt man unter diesen hohen Bäumen beispielsweise Kulturobstbäume und beerentragende Sträucher oder aber zunächst nur schnellwachsende, windbremsende Gehölze. Um hier schnell zu einer funktionierenden Lösung zu kommen, verwendet man ebenfalls zunächst schnellwachsende Bäume wie beispielsweise Weiden (vorwiegend ausgezeichnete Bienenweiden), Eschen und in der Anfangsphase unter Umständen durchaus Haselnuss, die später zu fruchttragendem Buschwerk zurückgeschnitten werden kann.
3. Schon hiermit kommt es zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und einem Ausgleich der durchschnittlichen Temperatur. Die Vegetationsperiode wird sich verlängern. Im Hintergrund steht die Erfahrung, dass die Biologie auf komplett falschen Grundsätzen aufbaut. Ein Baum in seinem natürlichen, symbiotischen Umfeld ist ein Wasserproduzent. Dies lässt sich gerade am Übergang zum Frühjahr sehr gut beobachten. Unter den freistehenden Bäumen besonders offensichtlich wird hier das Gras zuerst grün und wächst üppig selbst ohne Niederschlag.
4. Der Boden darf nicht umgewälzt werden. Die natürliche Schichtung des Bodens mit den jeweiligen Kleinstlebewesen muss unbedingt erhalten bleiben. Hier sind wir beim japanischen Pionier der „Nicht-Tun Landwirtschaft“ Fukuoka angelangt und seinen jahrzehntelangen Erfahrungen sowie den besten Erträgen Japans, zum Leidwesen der industriellen Landwirtschaft.
5. Zur Förderung der Wasserentstehung über Kondensation werden Steinhaufen aufgeschichtet und um die jungen Pflanzen herum bis zur Traufkante Mulchmaterial aufgelegt, Stärke ca. 20 cm.
6. Mit Kupfergeräten und eventuell Kupferpulver wird die natürliche Erhöhung der Bodenspannung und damit die Wasserhaltekapazität der oberflächennahen Schichten angeregt.
7. Neben einer Reihe grundsätzlicher Fehldeutungen der modernen Biologie zur Photosynthese und zum Wasserkonsum oder dessen Produktion ist von entscheidender Wichtigkeit, in Netzwerken zu denken. Die Tatsache, dass man eine Pflanze in einem Topf heranziehen kann, um sie dann erfolgreich irgendwo in den Boden zu setzen, täuscht darüber hinweg, dass diese natürlicherweise mit unterschiedlichsten Lebensformen in ihrem Umfeld verbunden sein muss, beziehungsweise diese Verbindung erst wieder finden muss.
Spezialisten braucht es hierfür definitiv nicht, auch kein Keyline Design.