Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?
Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?

Erfahrungsbericht eines Teilnehmers der Alltagsbegleitung

Nachfolgend findest Du einen inspirierenden Erfahrungsbericht von Kasimir, in dem wir dankenswerter Weise an angestoßenen Wandlungen im Zusammenhang mit der Teilnahme an der Simplonik-Alltagsbegleitung teilhaben können. Es wird deutlich, wie das Leben an Tiefe und Erfüllung gewinnt mit dem Erkennen und Akzeptieren des eigenen, aktuellen Standpunkts.

Zur besseren Übersichtlichkeit haben wir Überschriften eingefügt.

 

Die Alltagsbegleitung hat bei mir tiefgreifende Spuren hinterlassen. Grundsätzlich merke ich, dass ich vor allem an Stabilität gewonnen habe. Dies mache ich besonders an der erlebten Erkenntnis fest, dass ich jede Situation in meinem Leben will, egal ob diese positiv oder negativ von mir bewertet wird.

Erlebte Tiefe durch Akzeptanz der Negativität

Bei den von mir negativ erlebten Situationen verspüre ich immer größeren Drang, die Situation an mich heranzulassen, da ich verstanden habe, dass ich diese ja will und ich anhand dieser Situation wachsen kann. Wenn ich nicht direkt die negativen Grundannahmen auf meiner Liste erkennen kann, bleibe ich mittlerweile entspannter und lasse mir ein paar Tage Zeit und warte ab, ob mir ein Impuls die Situation anhand eines spontanen Einfalls erklärt. Zu wissen, dass ich alle Möglichkeiten (Die Liste, das Wissen um die Naturgesetze, den Aufbau der Psyche) in und bei mir habe und so mein Leben in eine erfüllendere Richtung indirekt anbahnen kann, spendet mir viel Kraft – vor allem in schweren Momenten und Phasen von Konflikten. Ich denke, dass ich deshalb das Gefühl habe, dass die Alltagsbegleitung insbesondere zu Stabilität in meinem Leben beigetragen hat. Letztlich geht es ja – um es auf die einfachste Formel zu bringen – darum, freundlicher und zugewandter mir selbst gegenüber zu sein. Ich bin aktuell so wie ich  eben bin und das ist gut so.

Erfüllung über die Zuwendung zum eigenen Leben

Mich hat die Alltagsbegleitung auch definitiv sensibler und feinfühliger gemacht. Es fühlt sich so an, als sei meine Wahrnehmung schärfer geworden. Ich muss dazu sagen, dass gerade dies dazu geführt hat, dass ich teilweise sehr vom Leben geängstigt bin. Ich erkenne innerhalb der Gesellschaft viel stärker die Ketten (Verhaltensweise und Glaubenssätze), die mich umgeben. Ich erlebe täglich, in welches Lebensumfeld ich mich selber gebracht habe. Um ein Beispiel zu nennen, erkenne ich wie stark ich mich selber verneine um meinen gesellschaftlichen Job auszuüben und wie ich dort funktioniere. Die Tragweite war mir bislang überhaupt nicht so bewusst, oberflächlich sagte mir mein Umfeld und ich mir selber, ich habe doch einen Traumjob. Doch welche faulen Kompromisse ich hierbei eingehe, merke ich erst jetzt verstärkt. Ich habe das Gefühl, ich brauche nicht mehr die ganz großen Schicksalsschläge, um die Aufforderungen des Lebens zu erkennen (ich hoffe dies zumindest). Auch die immer noch währende Abhängigkeit von meinen Eltern und die damit einhergehende geglaubte Überlebensunfähigkeit von mir rütteln stark an meinem aktuellen Lebensentwurf. Die Angst etwas zu verändern ist sehr groß bei mir, was mich sehr traurig macht. Gleichzeitig habe ich trotzdem die Gewissheit, dass sich mein Lebensweg hin zu einem erfüllteren Dasein ändern wird.

Entdecke eigener Talente und Fähigkeiten

Insgesamt hat sich meine innere Landkarte der negativen Grundannahmen und Glaubenssätze durch die Alltagsbegleitung erheblich erweitert. Gerade das Erkennen von immer erschreckenderen negativen Grundannahmen bei mir ist besonders erschütternd. Es gibt Tage, an denen ich mich frage, in welche Abgründe ich bei mir selber noch blicken werde und gerade in diesen Momenten sehne ich mich dann auch wieder nach schönen und belebenden Zeiten. Oberfläche ist mein Leben seit der Alltagsbegleitung von deutlich mehr Traurigkeit als von Freude geprägt, da sich aktuell wie beschrieben immer tiefere Einblicke in meine Persönlichkeit ergeben. Gleichzeitig nehme ich unter dieser oberflächlichen Traurigkeit bei mir Neugier und Freude wahr, denn ich weiß, dass dieser Blick in meine inneren Abgründe notwendig für die Wandlung meines Lebens ist. Es ergeben sich nämlich auch manchmal Momente, in denen ich erkenne, was mir eigentlich wirklich Freude bereitet und wo meine Talente liegen. Diesen Zugang zu meinen Interessen, Talenten und Fähigkeiten möchte ich jedoch zum aktuellen Zeitpunkt noch als sehr zart beschreiben. Es ist wie als hätte ich die Tür für meinen menschlichen Lebensweg einen Spalt geöffnet – eine Tür, die ich selber spätestens nach meiner Kindheit selber zugemacht habe. Jetzt liegt es an mir, diese wieder und zwar mit einer großen Portion an Bewusstsein vollständig zu öffnen.

Einen ganz lieben Gruß und vielen Dank für diese inspirierende Reise!

Kasimir