Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?
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Nachtrag – Vom Geltungsdrang zu natürlicher Führung

Als Nachtrag zum Beitrag Vom Geltungsdrang zu natürlicher Führung möchten wir Dir die Rückmeldung eines Vereinsmitglieds aus seiner beruflichen Erfahrung als Führungskraft zur Verfügung stellen.


Wenn ich das so richtig verstehe, ist dein Kontakt in einer Führungsposition und denkt/ fühlt: „Aber ich bin es müde immer eine ganze Schar vor mir herzutreiben und für alles verantwortlich zu sein“. Mir geht es ähnlich. Seit Corona hat sich die Gesellschaft total verändert. Dies erfahre ich dann in verstärkter Form durch die Mitarbeiter und Bewerber. Was habe ich konkret festgestellt? Die (neuen) Mitarbeiter sind immer weniger leistungsfähig, das Fachwissen nimmt kontinuierlich ab, die Kritikfähigkeit ist bei nahezu Null, der Egoismus und die Selbstoptimierung nimmt deutlich zu, Wertschätzung ist kaum noch vorhanden und alles wird negativ gesehen, Schuld sind immer die anderen. Am liebsten möchten sie nur noch im Home Office arbeiten.

Wenn ich mich mit anderen Führungskräften unterhalte ist interessant, dass man immer auf das gleiche Thema kommt und mehr oder weniger alle Führungskräfte damit konfrontiert sind. Viele Führungskräfte denken auch darüber nach bzw. möchten wieder „normaler“ Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung werden. Was ich auch feststelle ist, dass bei Bewerbungen, die ich bekomme, der Anteil von Bewerbern, die in einer Führungsposition sind, sich auf eine Stelle ohne Personalverantwortung bewerben, deutlich steigt. Auch diese Erfahrung haben andere Führungskräfte, mit denen ich im Austausch bin.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich schon einige Unternehmen kennengelernt. In dem Unternehmen, in dem ich jetzt bin, ist die Kultur deutlich besser, als in den anderen Unternehmen. Für die Mitarbeiter wird viel getan (von Arbeitsplatzgarantie in der aktuell schlechten wirtschaftlichen Situation, für viel Geld renovierte moderne Büros, viele Zusatzvergünstigungen, die Geschäftsführung und die Führungskräfte tun viel für das Wohlbefinden der Mitarbeiter, etc.) Für die Mitarbeiter ist dann alles selbstverständlich und das neue „Normalnull“ auf dem dann nur rumgemeckert wird.

Viele Grüße,
Lars

 

Insgesamt läuft die Einschätzung der Situation auf einen enorm beschleunigten inneren Verfall hinaus. Die ab etwa Anfang der 1980iger Jahre Geborenen zeigen neben anderen Schwachstellen wie Selbstüberschätzung und Instabilität im Tun mehrheitlich ein Ausmaß von Anspruchshaltung, Orientierungslosigkeit und Unselbstständigkeit, das mehr denn je den Begriff der natürlichen Person als abhängigen und willfährigen Weisungsempfänger berechtigt sein lässt.

Die Milleniumgeneration ist nicht verloren. Sie steht lediglich für eine weitere Erhöhung der psychischen Konfliktspannung, die zum Aufbruch drängt, sein wirkliches menschliches Sein zu entfalten. Wer das ignoriert, wird untergehen in einer Gesellschaft, die schon lange dazu verkommen ist, das menschliche Lebewesen Zahl und Funktion unterzuordnen und neuerdings auch dem Maschinendenken der angeblichen, künstlichen Intelligenz. Kalt, grau, eng, langweilig, so zeigen es korrekt die Science Fiktion Blockbuster aus Hollywood, die nur von Ahnungslosen als Unterhaltung verstanden werden.

Werde ein Anderer, entdecke Dein Innenleben und Dein Lebensumfeld wird ein anderes sein.

Beteilige dich an der Unterhaltung


  • Snezana Blagojevic

    15. Februar 2025 um 08:51 Uhr

    Seit ich mich mit Simplonik bewasse, sehe ich viele Sachen anders, viel klarer. Ich bin jetzt nicht in Führungspositionen, trotzdem beobachte ich Unterschiede von damals und heute. Ich komme aus dem 60er Jahren, die Zeiten haben sich geändert, ich kann nicht mehr vergleichen was damals war und was heute ist. Jede Generation die geboren wird, nimmt von der vorherige Generation was mit, kommt auch darauf an, in welche Richtung es geht. Wir können das nicht zu 100% beeinflussen, dafür können wir dass hier und jetzt verändern, so gut es eben geht. Ich selbst, mag die künstliche Intelligenz nicht besonders, leider müssen wir trotzdem damit leben. Trotzdem können wir menschlich sein und weitermachen das Leben bleibt immer ein Abenteuer.

    Liebe Grüße
    Snezana

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