Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?
Wann haben Sie das letzte Mal den Zufall entscheiden lassen?

Von der Therapeutenanbetung zu eigenkompetenter Selbstregulation (Teil 1)

Selbstregulation eigenkompetent anregen statt Therapeuten anbeten

 

Therapie ist der Tod der Heilung

Das ist keine Frage von Pfusch sondern von völlig irrigen Grundannahmen. Die Schar der Therapeuten mit oder ohne weissen Kittel, mal mit Skalpell, dann mit Akupunkturnadel und Globuli hat dem Wahnsinn mit Methode einen Altar gebaut. Erdbebensicher ist er allerdings nicht und Risse in Organ und Haut unvermeidlich. Nun könnten wir in traditioneller Weise die Spachtelmasse reichen, um die ständig neuen Risse in Bindegewebe und Fassade zu flicken. Tue ich aber nicht. Das hier entreisst dem emsigen Bastler Spatel und Spritze und nimmt den Wind aus den künstlichen Herzklappensegeln. Entspanne Dich, wenn Du kannst. Schon bald könntest Du den ungemütlichen Sitzplatz im Wartezimmer Deines betreuenden Pillenknechtes gegen den Liegestuhl im Garten austauschen. Entspannung ist alles. Es ist so erschreckend einfach. Herzlich willkommen und gute Reise.

Therapien sind der beste Weg, Gesundheit dauerhaft zu verhindern

Dies ist in gewisser Weise ein Dschungelführer. Es ist kein gewöhnlicher Dschungel, vom dem hier die Rede ist. Es ist die ständig wachsende und erschlagende Vielfalt von Therapieangeboten, die sich zwischen gewetztem Skalpell und salbungsvoll aufgelegter Heilerhand erstreckt. Irgendwo in den Weiten dieser schier endlosen Landschaft, humpeln, schwitzen ratlose Patienten in nicht weniger wachsender Zahl, die schniefend und triefend von einem Spezialisten zum nächsten die Pfade immer tiefer austreten.

Die Situation ist hoffnungslos, wenigstens scheint es so. Und womöglich liest Du gerade aus diesem Grunde meine Zeilen. Vielleicht klingen gerade die Sticheleien der letzten Akupunkturbehandlung ab oder Deine Leber ringt noch mit den Überbleibseln eines Giftcocktails, der Dir in bester Absicht vom Halbgott in Weiß verabreicht wurde. Überlebt hast Du das alles, Deine Beschwerden aber nicht weniger. Die Zahlen sprechen für sich.

Während seit Jahrzehnten die Zahl der Erkrankungen steigt, steigen parallel die Kosten und sinkt die Quote der Geheilten. Die zivilisierten Nationen brauchen eigentlich gar keine Krankenhäuser mehr, sie sind ein Krankenhaus. Man muss noch nicht einmal in ein Krankenhaus gehen, um endlich mal richtig krank zu werden. Schon der ganz normale Alltagswahnsinn genügt dafür.

500 Milliarden Euro setzt das Gesundheitssystem Jahr für Jahr allein in Deutschland um, mit wachsender Tendenz. Wer die Therapien überlebt, darf sich geschlaucht auf ein verschlauchtes Lebensende in einem altersgerechten Bondagestudio zur Ruhe legen. Zu Deutsch und deutlich: Du stirbst bandagiert und gefesselt mit Magensonde in einem Altersheim langsam vor Dich hin. In den kurzen Entspannungsphasen ohne Fesseln verwechselst Du dann die Serviette vom Mittagessen mit der Tageszeitung von Morgen. Eigentlich nicht weiter schlimm, in beiden steht ziemlich wenig Wissenswertes drin.

Ich nehme mal an, dass Dir eine andere Zukunft vorschwebt und Du deshalb auf dem besten Wege bist, Dich in diesen Zeilen festzulesen. Und sie mögen gerade rechtzeitig zu Dir kommen. Du wirst auf Einfachheit heruntergedampftes medizynisches Insiderwissen erfahren und anschließend je nach Lustlage mit einer ordentlichen Schweinshaxe und einer Maß Bier den Durchblick im Medizindschungel feiern, bis der Tag zur Neige geht oder der nächste anbricht. Natürlich kannst Du das alles auch für baren Unsinn halten und stellst Dich weiterhin als Tischtennisball im medizinischen Pingpong zur Verfügung.

Eine eigene Meinung hat natürlich auch etwas Schicksalhaftes, weil Du von der Opferrolle Abschied nehmen müßtest.  Lege diesen tragikschwangeren Entschluss in die eine Seite der Waage und Deinen Geldbeutel und Dein Lebensglück auf die andere Seite. Bleibe Opfer und zahle oder gib Dein Geld für den Traum Deines Lebens aus und wenn es eine zweirädrige Organspenderheizkiste (früher Motorrad) ist. Sterben müssen wir alle mal, aber wenn dann bitte mit Spaß, ich geb Gas…

 

Der Narr

 

Hier geht es weiter zu Teil 2.

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