Frage:
Ich habe jetzt länger auf Simplonik-TV gesucht, bin aber leider nicht fündig geworden. Deshalb meine Frage mit der Hoffnung auf Antwort.
Gibt es Informationen, wie Dr. Mohr die Wechseljahre beleuchtet? Ich glaube nämlich, dass dieses Thema eigentlich ein natürlicher Prozess ist. Wenn der Körper nicht total aus dem Gleichgewicht geraten ist, muss er auch keine Symptome dahingehend zeigen. Warum sollte der (weibliche) Körper so „schlimme“ Symptome produzieren? Der Körper hat doch ein eigenes Bewusstsein und möchte unbeschwert erhalten sein. Vielleicht wird das alles künstlich aufgebauscht?
Antwort:
Es ist in der Tat so, dass speziell zum Thema Wechseljahre kein Video oder Text basierend auf der Simplonik existiert. Dies liegt daran, dass es zum Thema nicht viel zu sagen gibt.
Natürlich gesund ist es sicherlich nicht, da Angstzustände und körperliche Einschränkungen relativ oft damit verbunden sind. Aus psychosomatischer Sicht ist der naheliegende Ansatz, dass mit dem Verlust der Gebärfähigkeit die Bedeutung der Frau für die Gesellschaft gegen Null geht.
Massengesellschaften sind immer patriarchalische Gesellschaften. Die Unterdrückung der Frau, genauer der weiblichen Fähigkeiten, ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Befehlskette. Insbesondere die weibliche Fähigkeit der intuitiven Wahrnehmung und somit dessen, was jetzt für das Leben und Überleben zu tun ist, und zwar für das eigene Überleben. Dies hebt die Bereitschaft für andere zu leiden und zu sterben mehr oder weniger auf. Aus diesem Grunde wird seit Jahrhunderten das Weibliche dämonisiert und in die Wertlosigkeit gedrängt.
Verliert eine Frau als Person und Teilnehmerin am gesellschaftlichen Geschehen die einzige geschätzte Funktion der „Produktion von Humankapital“, erlebt sie sich unbewusst als existenziell gefährdet. Dabei kann einem schon „heiß und kalt werden“. Vielleicht hilft diese erste orientierende Beschreibung des Phänomens. Natürlich ist es sicherlich nicht, wie schon gesagt.
Herzlichst
Uli